ADAC-Test: alle Autositze haben bestanden

Eines der größten Sicherheitsproblemfelder ist die korrekte Handhabung von Autokindersitzen. Gegurtete Sitze, falsch geführt, können bei einem Aufprall das Kind nicht ausreichend schützen.

Autositze braucht jeder, der mit Kindern im Auto unterwegs ist. Wer sich im Fachhandel umschaut, muss sich unter zahlreichen Herstellern und Dutzenden Modellen entscheiden. Die Preise reichen dabei von rund 80 bis zu mehreren Hundert Euro, die Farbwelt ist vielfältig und doch sieht man den Sitzen eines nicht an – nämlich wie gut sie in dem sind, für das man sie unbedingt kaufen muss, also in Fragen der Sicherheit.

Zugelassen nach den gesetzlichen Anforderungen an Rückhaltesysteme für Kinder im Auto sind sie natürlich alle. Sonst dürften sie im statinären Fachhandel nicht verkauft werden. Von billigen Angeboten im Online-Handel, die Anbieter aus Fernost versenden, sollte man aus Sicherheitsgründen in jedem Fall absehen.

Dass die Modelle der namhaften Anbieter einen guten Job machen, sieht man auch daran, dass die Anzahl der bei einem Autounfall gestorbenen Kinder seit der Einführung der Pflicht zur Nutzung von Autokindersitzen im Jahr 1993 deutlich gesunken ist.

Dabei sind Kleinkinder im Alter bis sechs Jahren meist im Pkw ihrer Eltern unterwegs, sodass sie demzufolge gegenüber anderen Situationen im Straßenverkehr hier am häufigsten (64,4 % im Jahr 2019) verunglücken. 

An der Entwicklung immer sicherer Autokindersitze arbeiten nicht nur die Inge

er Hersteller. Es wirken seit vielen Jahre insbesondere auch die Tests von ADAC und Stiftung Warentest auf die Verbesserung ein, denn deren Ergebnisse werden von Verbrauchern bei Kaufentscheidungen geschätzt – und schlechte Ergebnisse von Herstellern gefürchtet.

In der jüngsten Testserien vom ADAC standen 14 Sitze im Fokus. Und die gute Nachricht ist: Keines der Modelle fiel durch.

Silver Cross "Dream" mit Basis wird mit "Sehr gut" beim ADAC-Kindersitztest beurteilt.
Silver Cross „Dream“ mit Basis wurde mit „Sehr gut“ beim ADAC-Kindersitztest aus dem Sommer 2020 beurteilt.

Über ein starkes Ergebnis konnte sich im Sommer die britische Marke Silver Cross freuen. Denn im damaligen Test erlangte das Modell „Dream“ eines der raren Urteile „Sehr gut“. Das Label kombiniert damit den Premiumanspruch der Marke mit einem tadellosen Urteil vom ADAC. Chapeau! Allerdings fällt der „Dream“ mit einem Straßenpreis von rund 500 Euro eher teuer aus.

Ein Vorzug: Silver Cross bietet eine gut gemachte App, die beim korrekten Einbau unterstützt. Am Kindersitze befindet sich ein QR-Code, der das Modell in der App eindeutig identifiziert.

Joie i-Spin Safe
Im Herbst lag Joie mit dem „i-Spin Safe“ und einer ADAC-Gesamtnote von 1,6 an erster Stelle.

Im Herbst nun erreichte Joie mit dem, Modell „i-Spin Safe“ mit der ADAC-Note „1,6“ das beste Ergebnis, liegt preislich aber auch bei rund 400 Euro.

Ebenso vorn dabei ist das Modell „Aton B i-Size“ von Cybex, kombiniert mit der Basisstation „Base M“, das für rund 340 Euro auf eine ADAC-Gesamtnote von „1,7“ kommt.

Die aktuelle Testreihe im Herbst 2020 wurde übrigens gegenüber den vorherigen modernisiert. Die wichtigsten Änderungen der Prüfbedingungen:

  • Sitze werden nunmehr auf einer aktuellen Karosserie vom VW Polo getestet – und nicht mehr wie bisher auf einem älteren Golf-Chassis.
  • Das Gewicht des Sitzes spielt in der Kategorie „Handhabung“ eine größere Rolle.
  • Auch beim Ein- und Ausbau werden die Sitze mit neuen Automodellen getestet.

Die genauen Beschreibungen und Bezeichnungen der Prüfmethoden lassen sich online unter www.test.de/autokindersitze/methodik einsehen.

Weitere Infos zu Marken aus diesem Beitrag:

Logo der Marke Cybex
Logo der Marke Joie
Logo der Marke Silver Cross