Bauen, balancieren, bewegen: Blocky von Nattou

Teile diesen Beitrag:

Mit den farbigen Balance- und Stapelsteinen von Nattou entstehen im Kinderzimmer immer neue Spielideen: ein kleiner Turm, ein Bewegungsparcours oder einfach ein Platz zum Sitzen und Schaukeln. Das offene Spielprinzip erinnert an Stapelstein – “Blocky” bringt jedoch seine eigene, kompakte Formensprache mit.

Wer in den vergangenen Jahren ein Kinderzimmer betreten, einen Waldorf­kindergarten besucht oder einfach nur auf Instagram nach den schönsten Kinderspielsachen der heutigen Zeit geschaut hat, kennt die bunten Halbschalen aus expandiertem Polypropylen, die ein schwäbisches Start-up unter dem Namen Stapelstein vertreibt. Die schaumstoff­ähnlichen Elemente werden gestapelt, beklettert, umgeworfen, mal als Schiff, mal als Hut benutzt – und liefern damit, wofür sie gebaut sind: Bewegung und freies Spiel ohne festen Verwendungszweck. Dass die Idee inzwischen Schule macht, zeigt der Auftritt vergleichbarer Produkte.

Eines davon ist „Blocky“ von Nattou, einem 1988 gegründeten Haus aus Wallonien, das vor allem für plietsche Plüschtiere, malerische Mobiles und spleenige Spieluhren bekannt ist. Schon der Name verrät die Abgrenzung zum Vorbild: Während die deutschen Stapelsteine mit ihren Schalen einfach eine runde Sache sind, setzt Nattou auf eine eckige Geometrie.

Das ändert das Spiel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Würfel und Quader rollen nicht weg, ergeben präzisere Türme, lassen sich aufeinander­schichten wie überdimensionierte Bauklötze – und können von einem zwölf Monate alten Kind, das gerade die ersten Schritte hinter sich hat, problemlos getragen, gestapelt und auch wieder umgeworfen werden, ohne dass ein Zeh dran glauben muss. Wo der runde Stein zum Balancieren und zum Imaginieren einlädt, ist der Würfel mit seiner Eckigkeit der Architekt unter den Bewegungs­möbeln.

Spannender als die Form ist allerdings die Frage, warum solche Objekte überhaupt eine Renaissance erleben. Bewegungs­wissenschaftlerinnen wie Renate Zimmer weisen seit Jahren darauf hin, dass Kleinkinder im Schnitt deutlich weniger körperlich aktiv sind, als die WHO empfiehlt: drei Stunden Bewegung am Tag, davon mindestens eine in moderater bis höherer Intensität. In Stadtwohnungen mit drei Zimmern und einer Treppe sind das für manche schon ambitionierte Zahlen.

Und umso älter die Kinder werden, vor allem nach Ende der Kitazeit, wenn die Kids am Katheder Grundsätzliches lernen sollen, bricht die Möglichkeit zur Bewegung teils deutlich ein. Spielzeuge, die zum Tragen, Klettern, Balancieren und Umräumen einladen, sind in dieser Hinsicht weniger ein Lifestyle-Accessoire als eine ergonomische Notwendigkeit. Der Pädagoge Hugo Kükelhaus hätte vermutlich zustimmend genickt – er forderte schon vor Jahrzehnten, dass Spielmaterial offen genug sein müsse, um vom Kind selbst gefüllt zu werden, nicht von der Produkt­entwicklung.

Genau diese Offenheit ist es, was Eltern an Blocky wie Stapelstein gleichermaßen schätzen dürften. Heute Höhle, morgen Kletter­parcours, übermorgen Tisch fürs Stoffteddy-Picknick. Dass die belgischen Würfel zudem bis 120 Kilogramm aushalten, bedeutet vor allem eins: Auch Mama oder Papa dürfen sich draufsetzen, wenn das Kind eine Couch baut. Ganz gleich also, ob rund oder eckig – Hauptsache, Bewegung! Und wenn man Kinder fragte, ob Stapelstein oder Blocky – sie würden vermutlich einfach beides haben und miteinander kombinieren wollen …

Teile diesen Beitrag:

Marken aus dem Beitrag

Mehr erfahren und gleich weiterlesen ...

Was es noch zu lesen gibt ...

Anmeldung happybaby.de