Grüne Kinderwagen für einen blauen Planeten

Viele Kinderwagen werden in Fernost hergestellt. Das geht zumeist mit unkontrollierbaren Produktionsbedingungen einher. Dabei gibt es hierzulande vielfach Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit, aber noch zu wenig Kommunikation und – zwei Spezialisten für grüne Wagen. 

Nachhaltigkeit steht bei vielen Eltern hoch im Kurs. Bei Babybekleidung wird auf OekoTex-zertifizierte Schadstoffarmut geachtet. Und wer sich noch besser auskennt, kauft nach GOTS ausgezeichnete Produkte. Auch bei der Ausstattung mit Heimtextilien rund ums Baby oder bei der Auswahl von Babyzimmern mit garantiert schadstofffreien Lackierungen gibt es nicht nur seitens der Eltern Interesse, sondern auch von Seiten der Hersteller eine breite Auswahl an entsprechenden Produkten.

Allein im Bereich von Autositzen und Kinderwagen schweigen sich viele Hersteller aus. Dabei werden nicht selten Selbstverständlichkeiten zu Werbeaussagen. Man denke nur an BPA-freie Fläschchen, die schon seit Jahren anders gar nicht hergestellt werden dürfen.

Doch wenn dieses doch so neu­ralgische Thema nur selten thematisiert wird, dann sind die Produkte der namhaften Marken zwar nach allen geltenden Normen und Grenzwerten gefertigt – aber darüber hinausreichende Anstrengungen offenbar kein großes Thema.

Vielleicht ist es auch so, dass Eltern glauben, an Kinderwagen keine besonderen Anforderungen stellen zu können. Doch wenn Hersteller wie Britax Römer ganz bewusst ihre Stoffproduktion von Fernost nach Europa zuückverlagert haben, dann nur aus einem Grund: um Produktionsprozesse steuern und Schadstofffreiheit garantieren zu können.

Solche Anstrengungen können ruhig offensiver herausgestellt werden. Immer mehr Hersteller setzen zudem auf Stoffe aus recycelten PET-Flaschen, sodass der Rohstoffeinsatz reduziert und Plastikabfälle wiederverwertet werden. Auch hierüber ließe sich viel mehr erzählen, als das in den Hochglanzbroschüren der auf ein lifestyliges Image setzenden Produzenten der Fall ist.

Viele Hersteller unternehmen große Anstrengungen, um ihre Produktion grüner zu machen. Sie setzen wie Emmaljunga auf Fotovoltaik, die nahezu vollständige Aufbereitung von Abwässern und die Herstellung von Spritzgussteilen aus Recycling-Zutaten. Räder sind zu 100 Prozent recycelbar und Gestelle zu 50 Prozent aus recyceltem Aluminium.

Doch wem all das zu wenig ist, dem bieten sich mit Marken wie Greentom aus den Niederlanden oder Naturkind aus Österreich zwei beispielhafte Spezialisten für „grüne Kinderwagen“. Dabei unterscheiden sich die Ansätze elementar: Während Greentom auf die Verwendung von Recycling-Zutaten setzt, achtet der – übrigens einzige österreichische – Hersteller Naturkind auf nachhaltige, nachwachsende und möglichst regional produzierte Vorprodukte, um seine drei Kinderwagenlinien zu fertigen. Auch hat sich das Unternehmen selbst nach GOTS zertifizieren lassen, was noch immer eine Ausnahme in der Branche darstellt. 

Nachhaltige Produktionen, schadstoffarme Modelle und grüne Produkte gibt es also schon. So können Kleinkinder immer häufiger darauf vertrauen, ökologisch unbedenklich zu reisen.  

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