Mit Lego lesen lernen

Wer spielt nicht gern mit den zunächst noch großen („Duplo“) und später kleinen Bausteinchen aus Plastik von Lego? Doch dass man mehr damit anstellen kann, als lediglich Häuser, Fahrzeuge und allerhand Lizenzthemen zusammenzustecken, das ahnt jeder, der sich auf die inzwischen unüberschaubare Vielzahl an Steinchenarten einlässt.

Früher gab es gefühlt gerade mal eine Handvoll Farben. Hier dominierten Steinchen mit acht Noppen, die von Sechser-, Vierer-, Zweier- und Einer-Steinchen ergänzt wurden. Heute gibt es kaum noch eine Schattierung aus dem reichen Spektrum des Regenbogens, die sich bei Lego nicht wiederfinden ließe. Und ebenso gibt es nahezu alle Arten an Bauteilen, dass man sich inzwischen wieder ganz einfache Sets wünschen würde.

Dennoch gibt es jetzt eine Neuheit, die in doppelter Hinsicht besonders ist. Denn zum einen ist sie äußerst sinnvoll und sticht allein deshalb aus dem steten Strom der Novitäten heraus. Zum anderen ist sie zugleich so speziell, dass sie die meisten Kinder und Sammler nie in die Hand bekommen werden.

Große Steine, fehlende Noppen – kein Fehler, sondern Braille

Was bereits im April 2019 angekündigt wurde, wird nun ausgeliefert. Ausgewählten Einrichtungen, Schulen und Organisationen für blinde und sehbehinderte Kindern stellt Lego kostenlos neuartige Braille-Sets der kleinen Bausteinchen der Marke zur Verfügung. Das für seine Bausteine weltweit bekannte Unternehmen will mithilfe der Steine das Erlernen der weltweit anerkannten Braille-Schrift fördern und Kindern mit Sehbehinderungen dabei helfen, spielerisch wichtige Fähigkeiten wie kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und Teamfähigkeit zu erlernen.

Dafür arbeitet die Lego-Stiftung in Deutschland mit dem Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) als Partner zusammen, der die Verteilung des Toolkits verwaltet sowie bei der Schulung des Konzepts unterstützt.

Die Braille-Steine von Lego wird es zunächst in Deutschland sowie sechs weiteren Ländern – in Dänemark, Brasilien, Frankreich, Norwegen, Großbritannien und in den USA – geben. Die Steine unterstützen blinde und sehbehinderte Kinder dabei, taktile Fähigkeiten zu entwickeln und die Braille-Schrift spielerisch zu erlernen. Bis Anfang 2021 soll das Konzept in insgesamt elf Sprachen und zwanzig Ländern erhältlich sein. 

Die Steine sind so geformt, dass die Noppen auf der Oberseite die Buchstaben und Zahlen des Braille-Alphabets widerspiegeln und gleichzeitig kompatibel mit den herkömmlichen Lego-Steinen bleiben.

Um gemeinsame Spiel- und Lernerlebnisse mit Familienmitgliedern, Freunden, Klassenkameraden und Lehrern ohne Sehbehinderung zu ermöglichen, sind die Steine außerdem mit Buchstaben, Zahlen und Symbolen bedruckt.

„Mit den Braille Steinen hat die Lego-Stiftung eine völlig neue Möglichkeit für Kinder mit Sehbehinderungen geschaffen, Lesen und Schreiben zu lernen“, so David Clarke, Director of Services am Royal National Institute of Blind People, das in Zusammenarbeit mit der Lego-Stiftung die Braille Steine in Großbritannien entwickelt und getestet hat. „Die Punktschrift ist ein wichtiges Hilfsmittel, insbesondere für junge Menschen mit Sehbehinderung. Und diese Lego-Steine ermöglichen es Kindern, die Punktschrift kreativ zu erlernen und sich gleichzeitig auf spielerische und interaktive Weise mit ihren Klassenkameraden auszutauschen.“

Das Braille-Set wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Blindenverbänden entwickelt. Begleitet wird es von einem pädagogischen Konzept, das auf spielerischem Lernen basiert. Alle Materialien stehen Lehrern unter www.legobraillebricks.com zur Verfügung und bieten Inspiration zur Förderung des Lernens.

Um das Konzept der Braille-Steine von Lego weiterzuentwickeln, fordert die Lego-Stiftung Lehrer auf, Ideen zur Erweiterung des Aktivitätspools einzureichen.

Jedes Set enthält mehr als 300 Lego-Braille-Steine, die das gesamte Alphabet in der gewählten Sprache, die Zahlen 0 bis 9 sowie ausgewählte mathematische Symbole und Interpunktionszeichen abdecken. Das Braille-Set ist in fünf Lego-Farben erhältlich und enthält außerdem drei Grundplatten sowie einen Elementetrenner für die Steine.

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