Stillen – mehr als Nahrungsaufnahme

In den ersten Lebensmonaten legen Sie den Grundstein für die weitere Entwicklung des Kindes. In dieser Zeit beginnt unter anderem die Entwicklung des Urvertrauens. Auch das Stillen hat eine wichtige Funktion. Es dient nicht nur der Nahrungsaufnahme. Durch das Stillen versorgen Sie die Grundbedürfnisse Ihres Kindes nach Geborgenheit, Zuwendung und Zugehörigkeit.
Darüber hinaus stärken Sie sein Immunsystem, da in der Muttermilch viele wichtige Nähr- und Abwehrstoffe enthalten sind. Damit wird auch das Allergierisiko für Ihr Kind deutlich gemindert. Für Sie persönlich hat das Stillen den Vorteil, dass sich Ihre Gebärmutter durch das Hormon Oxytozin schneller zurückbildet und auch das Brustkrebsrisiko sinkt.

So klappt es mit dem Stillen

Wie das Sprichwort bereits sagt, ist bisher noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für Sie und das Kind ist die Erfahrung des Stillens neu. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit.
Suchen Sie sich eine Position, in der Sie das Kind gut an die Brust legen können. Es sollte mit dem Mund in Höhe der Brustwarze liegen und sich nicht strecken müssen. Viele Frauen setzen sich beim Stillen hin.

Andere bevorzugen anfangs das Liegen, so dass der gesamte Körper des Babys der Mutter zugewandt ist, damit es weder den Kopf drehen oder in den Nacken legen muss. Ideal ist es, wenn Ohr, Schulter und Hüfte eine Linie bilden. 

Mögliche Probleme schnell beheben

Durch falsches Anlegen oder bei zu seltenem Stillen kann es zu wunden Brustwarzen und Milchstau kommen. Bei schmerzenden Brustwarzen hilft es, als natürliches Heilmittel Hintermilch auf die Brustwarzen zu verteilen, da diese fettreich ist und keimhemmend wirkt. Bevor Sie die Brustwarzen wieder bedecken, sollten Sie darauf achten, dass diese vollständig trocken sind. Gegen Milchstau hilft Stillen am besten. Das Saugen des Kindes sorgt dafür, dass die gestaute Milch in Richtung Ausgang bewegt wird. Da angestaute Milch salzig schmeckt, kann es sein, dass Ihr Kind das Saugen abbricht. In diesem Fall sollten Sie die Milch erst einmal abpumpen.

Praktische Helfer

Es ist schon lange nicht mehr selbstverständlich, dass Mütter ihren Beruf aufgeben, um sich ganz um das Kind zu kümmern. Immer mehr Väter nutzen heute die Möglichkeit der Elternzeit und bleiben zu Hause. Der einzige Nachteil ist, dass Väter ihre Kinder nicht stillen können. Doch auch hier gibt es mittlerweile eine Lösung. Milchpumpen und Aufbewahrungssysteme für Muttermilch erlauben es der Frau zur Arbeit zu gehen, während ihr Partner das Baby zu Hause mit gesunder Muttermilch versorgt.